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Eine Hand mit großem Gewicht und ein Boot aus Glas

"Eine Hand, die großes Gewicht hat, die zeigen soll, hier gibt es etwas zu schützen, zu halten und erhalten und eine Arche, ein Boot aus Glas“ Der Görlitzer Bischof Wolfgang Ipold hielt an der Glasarche eine beeindruckende Rede.

Die Stadt und das Bistum Görlitz hatten den vierwöchigen Aufenthalt der Glasarche in der Neißestadt ermöglicht. Mit Erfolg, denn ständig waren Menschen der Arche und kamen miteinander ins Gespräch. Am 25. Januar erlebte dann die Glasarche einen Höhepunkt. Die Solistin der EuropaChorAkademie Paulina Boreczko-Wilczynska trug zwei Arien aus Haydn's "Die Schöpfung vor". Bischof Wolfgang Ipolt trug eine mahnende wie berührende Rede vor. Die in der katholischen Wochenzeitung "TAG DES HERRN" abgedruckte Rede möchten wir unseren LeserInnen nicht vorenthalten. Hier der Wortlaut:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Schöpfung, sage ich mal, denn wir sind alle ein Teil dieser Schöpfung. Wir Menschen sind mit unserer Umwelt zutiefst verbunden und können ohne sie nicht leben.
Ich habe gern Ja gesagt, dass dieses Kunstwerk, die sogenannte Glasarche, hier in Görlitz Station macht. Sie haben vielleicht in der Zeitung gelesen, dass der Höhepunkt des Aufenthalts in Kattowitz war, bei der Klimakonferenz im Dezember. Ich habe Ja gesagt, weil Künstler aus Zeitz, aus Mitteldeutschland, sich diesem Gedanken gewidmet haben, was es bedeutet, dass die Schöpfung, die Welt, wir Menschen kostbar und schützenswert sind. Das können Sie, so glaube ich, selbst gut interpretieren, wenn Sie dieses Kunstwerk anschauen: Eine Hand, die großes Gewicht hat, die zeigen soll,  hier gibt es etwas zu schützen, zu halten und erhalten und eine Arche, ein Boot, aus Glas. Sie müssen dazu nicht unbedingt biblische Kenntnisse haben, Sie können auch denken, wir sitzen doch alle in diesem Boot dieser Welt. Und diese Welt ist gefährdet, ist zerbrechlich, so wie Glass. Sie ist kostbar, so wie dieses Glas-Boot. Und durchsichtig, durchscheinend. Inzwischen wissen wir viel darüber, was wir Menschen tun können, zum Erhalt dieses Bootes Erde, Welt, Schöpfung. Wir wissen aber auch, wie viel wir nicht tun. Deswegen ist dieses Kunstwerk eine Unterstützung der wichtigen Botschaft der Klimakonferenz in Kattowitz und der vorhergehenden – und ganz sicher auch der zukünftigen. Dieses Boot ist ein Hinweis-Zeichen. Es wird demnächst hier nicht mehr stehen, sondern weiterwandern in andere Städte unseres Landes, um Menschen aufmerksam zu machen, auf das, wovon es redet.
Papst Franziskus hat uns vor einiger Zeit sein Rundscheiben „Laudato si“ geschenkt.  Diese Enzyklika ist nicht nur in der katholischen Kirche, sondern weit darüber hinaus in der Öffentlichkeit mit großem Wohlwollen aufgenommen und immer wieder zitiert worden. Ich möchte ein Stück daraus lesen:
„Wir sind nicht Gott. Die Erde war schon vor uns da und ist uns gegeben worden. Das gestattet, auf eine Beschuldigung gegenüber dem christlichen Denken zu antworten. Man hat gesagt, seit dem Bericht der Genesis, der einlädt, sich die Erde zu unterwerfen, werde die wilde Ausbeutung der Natur begünstigt durch die Darstellung des Menschen als Herrschender und Destruktiver. Das ist keine korrekte Interpretation der Bibel, wie die Kirche sie versteht. Wenn es stimmt, dass wir Christen die Schriften manchmal falsch interpretiert haben, müssen wir heute mit Nachdruck zurückweisen, dass aus der Tatsache als Abbild Gottes erschaffen zu sein und dem Auftrag, die Erde zu beherrschen, eine absolute Herrschaft über die anderen Geschöpfe gefolgert wird. Es gilt, die Welt zu bebauen und zu behüten.“
Wir werden gleich einen Abschnitt aus diesem uralten biblischen Text hören. Ich halte ihn für einen der kostbarsten Texte der Heiligen Schrift, weil er uns auch heute aufmerksam machen kann, auf diese wichtige Aufgabe, die Welt zu behüten und zu bebauen. So wie die Künstler der Glasarche es mit ihrer Art, mit ihrer Methode getan haben."

Was das Bistum Görlitz zur Glasarche sagt lesen Sie hier.