Idee

In der bayerischen Gemeinde Haidmühle, der ersten Modellregion am Grünen Band Europa, wurde im Jahr 2006 die Idee geboren, eine gläserne Arche auf mehrjährige Expedition durch die Landschaft Sachsen-Anhalts zu schicken. Inspiriert von der Arche der Glaskünstler Ronald Fischer und Hubert Stern, die drei Jahre lang durch das Wäldermeer der bayerisch-böhmischen Grenzregion reiste, reifte beim 2. Vorsitzenden des Landschaftspflegevereins Mittleres Elstertal, Rainer Helms, der Entschluss, ein ähnliches Projekt für Mitteldeutschland zu initiieren.

 

Glasarche 3 – Ein Boot aus Glas erwacht zum Leben

Getragen von der Idee, dass Kunst und Natur sich wunderbar verbinden lassen und begeistert von der intermedialen Reise der ersten Glasarche durch die Nationalparke Bayerischer Wald und Šumava plante der Landschaftspflegeverein rund 10 Jahre lang eine Route entlang besonders schützenswerter Plätze und Gebiete im Drei-Länder-Delta Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Nicht zuletzt deshalb trägt das Projekt die Ziffer drei prominent im Titel: Die Glasarche ist die Dritte ihrer Art und reist 3 Jahre lang durch drei Länder.

Die Arche als Herz des Projektes wurde von November 2015 bis April 2016 von der begabten Hand Ronald Fischers in Zusammenarbeit mit den Künstlern des Ateliers „Männerhaut“ Stefan Stangl, Jo Joachimsthaler und Alexander Wallner geformt und zum Leben erweckt.

Dank der Unterstützung der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt und dem Engagement zahlreicher Förderer bricht die Glasarche ab Juni 2016 zu einer dreijährigen Expedition durch die grüne Mitte Deutschlands auf.

 

Gläserne Hommage an Natur und Leben

Die erste Glasarche, der 2003 im Bayerischen Zwiesel Leben eingehaucht wurde, hatte damals schwer geladen. So sollte sie die Kunde vom Schutzauftrag der Menschen für die Natur verbreiten – und das über die Landesgrenzen hinweg bis nach Böhmen. Mit dem Credo, dass Natur und deren Schutz keine Grenzen kennt und wir bei der Bewahrung  der Arten den gemeinsamen Diskurs suchen müssen, ging die Arche an zahlreichen Stationen vor Anker.

Und auch die Ladung der dritten Arche wiegt nicht minder schwer. So soll auf der 1095-tägigen Expedition von der Zeitzer Moritzburg über den Brocken, entlang insgesamt 20 sorgsam ausgewählter Stationen, den Menschen die Zerbrechlichkeit der Natur bewusst gemacht werden. Genau deshalb haben sich die Initiatoren des Projektes entschieden, die Arche – ähnlich ihrer beiden Vorgänger, die damals unter anderem auch als Mahnmal für die sterbende Glashütteindustrie im Süden der Republik fungierten – ganz aus Glas fertigen zu lassen.

 

Memento aus Eiche

Arrangiert wird das gläserne Kunstobjekt in einer rund fünf Meter großen Holzhand, ersonnen und gestaltet von den Künstlern Christian Schmidt und Sergyi Dyschlevyy. In leicht geneigter Position visualisiert das Glas-Holz-Ensemble zum einen, dass die Bewahrung der Natur- und Kulturlandschaft in Menschenhand liegt. Gleichsam assoziiert die Komposition eine fließende Bewegung, in der die Glasarche der hölzernen Hand scheinbar entgleitet, die Verantwortung sozusagen auf den konkreten Betrachter übergeht.

Initiatoren und Unterstützern des Projektes ist es dabei wichtig, dass die Betrachter die Arche im Umfeld des jeweiligen Ausstellungspunktes mit naturschutzfachlichem Schwerpunkten als Gesamtheit wahrnehmen. So soll das Gesamtkunstwerk einerseits Ruhepol und Entschleunigung sein, andererseits aber bewusst zur Auseinandersetzung mit der Umgebung anregen. Warum ist es notwendig, am jeweiligen Standort einen Schutzraum zu kreieren? Welche Besonderheiten in Kultur und Natur sind besonders bewahrenswert? Die Glasarche als Mittelpunkt der jeweiligen Station ist dabei Weg und Ziel zugleich. So erhoffen sich die Ideengeber und Ausgestalter, dass Besucher das Kunstobjekt als Ausflugsziel nutzen, um die Umgebung (völlig neu) zu entdecken. 

 

Zusammenrücken

Da die Installation auch Kommunikation stiften soll – zwischen Naturbegeisterten und Kulturschaffenden, zwischen Einheimischen und Touristen und nicht zuletzt zwischen den hiesigen Naturschutztreibenden und den Aktiven der Region um den Bayerischen Wald – wird die Reise der Arche bis 2019 von vielfältigen Veranstaltungen umrahmt. Es lohnt in jedem Falle, die Arche in Natura zu bestaunen, aber auch regelmäßig einen Blick in die Kategorie "Standorte" zu werfen, denn hier wird die Reise des Kunst- und Kultobjektes mit kleinen Filmsequenzen dokumentiert.

 

 

Die dritte Glasarche bekommt Kontur: Erster Entwurf von Ronald Fischer.

 

 

Glaskünstler des Ateliers Männerhaut.

 

Atelier Männerhaut: Schicht für Schicht entsteht die Arche.

 

 

 

Noch verhüllt: Die Glasarche vor Beginn ihrer großen Reise.

 

 

 

Voller Stolz: Projektvater Rainer Helms mit der fertiggestellten Glasarche am Sportplatz Haidmühle.